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Malteser Lingen

„Menschen mit Demenz laufen nicht weg – sie finden nicht zurück!“

Malteser-Ratgeber hilft vorzubeugen

26.03.2019

Osnabrück. Jeden Tag werden in Deutschland zwischen 200 und 300 Menschen laut Polizei vermisst gemeldet. Viele von ihnen sind demenziell erkrankt und finden deshalb die gewohnten Wege nicht mehr. Landläufig heißt es dann, die meist ältere Person sei „weggelaufen“.

Für Birgit Menke, Leiterin des Malteser-Begleitungsdienstes für Menschen mit Demenz in Osnabrück, eine falsche Einschätzung und der erste Fehler bei der Suche nach Vermissten. „Menschen mit Demenz laufen nicht weg, weil sie gar nicht die Absicht haben oder gar aus Bösartigkeit heraus handeln. Vielmehr sind sie aus einem für das Umfeld nicht immer ersichtlichen Grund ‚unterwegs‘ und finden nicht mehr zurück.“

Menschen mit einer Demenz, wie einer Alzheimer-Erkrankung, gehen verloren, weil sie gewohnte Wege und Orte – mitunter sogar die eigene Wohnung – nicht mehr erkennen. Auch sind sie nicht mehr in der Lage, sich neue Wege zu merken. Nicht selten ist auch ihr Tag-Nacht-Rhythmus gestört, so dass sie zu ungewöhnlichen Zeiten körperlich aktiv werden und losgehen.

Mit dem kleinen Ratgeber „Vermisst – wenn Menschen mit Demenz verloren gehen“ leisten die Malteser Hilfe, um im Ernstfall gezielt zu suchen oder – noch besser – einer Vermisstenmeldung vorzubeugen. Ihr Rat: Einen ausgefüllten Personenbogen mit aktuellem Foto bereithalten, technische Unterstützung wie GPS-System oder Handyortung nutzen; bekannte Lieblingsorte wie Restaurant, Geschäfte, frühere Wohnung, Kirche oder Friedhof überprüfen und Situationen vermeiden, die ein „Losgehen“ auslösen.

Menke rät: „Vorbeugend sollten der Name, die Adresse oder die Telefonnummer in die Kleidungsstücke geschrieben werden, damit die Person durch Polizei oder andere Helfer identifiziert werden kann.“ Eine übersichtliche Einrichtung, vertraute Möbel und gutes Licht unterstützen die Orientierung in der Wohnung. Ein Windspiel oder eine Klingelmatte können durch ihre akustischen Signale rechtzeitig ein ungeplantes Verlassen der Wohnung anzeigen und so das Verlorengehen vermeiden helfen. „Eher schädlich ist es dagegen, Fenster und Türen abzuschließen, weil sie beim an Demenz erkrankten Menschen zu Panik und Aggression führen können“, warnt Menke. Information unter 0541/505220.

Den Ratgeber mit Tipps und einem Formular für den Personenbogen sowie ein kleines Video gibt es unter www.malteser-demenzkompetenz.de

 

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