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eBelieve

26.11.2018
Bild: J. Lennon von Sabine Krüger

Liebe eBelieve-Leserinnen und -Leser,
liebe Malteser!

Religion spielt eine große Rolle in der Musik. Man muss nicht lange suchen, um inspirierende Liedtexte zu finden.

Wenn Bob Dylan in „knocking on heavens door“ von der Himmelspforte spricht - dann weiß er, was er sagt. Er mag zwar in diesem Lied nicht ausdrücklich über das Pro und Contra der Religion debattieren, aber er spricht aus religiöser Überzeugung. Viele Künstler setzen sich mit ihrem Glauben auseinander. Seit jeher gibt es eine enge Verbindung von Musik und Religion - beide berühren direkt und unvermittelt das Herz.

Ich kann mich an Einkehrtage erinnern, in denen wir über den Song "One of us" von Joan Osborne gesprochen haben:
„Was wäre, wenn Gott einer von uns wäre? Nur ein Fremder im Bus, der genau so wie wir versucht nach Feierabend nach Hause zu kommen? Keiner wird ihn anrufen heute Abend, nur vielleicht der Papst in Rom.“ Die Künstlerin Joan Osborne stellt 1996 in „One of us“ Fragen - Würdest du Gottes Namen wissen wollen, wenn du ihn auch aussprechen müsstest, von Angesicht zu Angesicht? Oder: Würdest du sein Gesicht überhaupt sehen wollen, wenn das bedeutet, dass du auch an Jesus glauben musst, und die Heiligen, und selbst die ganzen Propheten? Was wäre, wenn Gott einer von uns wäre?

Musik bedient sich der Symbolik des Christentums. Ohne die biblischen Texte über Verdammnis und Hölle würde es kein „Highway to Hell“ von AC/DC und kein „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones geben. Mick Jagger singt in dem Lied davon, dass man mit dem Teufel doch Mitleid haben sollte, weil er im Endeffekt immer der Verlierer der Geschichte ist.

U2 eine irische Rockband zitiert im Lied „40“ Zeilen aus Psalm 40: „Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien. Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf den Fels, machte fest meine Schritte.“ „Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den Herrn vertrauen.“

Gäbe es eine Platte, die ich mir immer wieder anhören könnte, so wäre es das einzige reguläre Werk des 1997 bei einem tragischen Badeunfall ums Leben gekommene Sängers Jeff Buckley - er war seiner Zeit voraus. Zu einer Zeit, als Alternative noch mit geigenden Protestsängern assoziiert wurde, sprengt Buckley sämtliche musikalischen Ketten. Grandios ist seine Cover-Version von Leonard Cohens "Hallelujah".
Das Hallelujah hat mittlerweile seinen festen Platz gefunden - der Klassiker aus dem Jahr 1984 ist nicht wie im Gottesdienst ein Jubelruf, sondern es ist ein „kaltes, und gebrochenes Halleluja“, wie es der Text beschreibt. Es geht um eine verlorene Liebe. Anstelle aber in Elend und Selbstmitleid zu versinken, lobt der Protagonist immer noch Gott und dankt für die Erfahrung, die er gemacht hat. Genau das tut er mit biblischen Bildern. Im Hallelujah heißt es: „she broke your throne and she cut your hair“ - diese Zeile bezieht sich auf die biblische Geschichte von Samson und Delila – es geht um Vertrauen und Betrug. Zeilen zum Nachdenken.

„Imagine“ von John Lennon will die Menschen vereinen, alle sollen im Frieden leben, ohne Krieg, ohne Armut – aber auch ohne Religion. Entstanden ist das Lied einerseits durch die Inspiration verschiedener Gedichte von Yoko Ono - auch durch ein christliches Gebetbuch, das Lennon vom schwarzen Bürgerrechtler Dick Gregory geschenkt bekommen hatte. Lennon sagt, in diesem Buch hat er die Inspiration gefunden, aus Imagine ein Gebet zu machen. Als „positives Gebet“ bezeichnet er das. Wenn man sich eine Welt ohne Grenzen, ohne Krieg und ohne Religion vorstelle, dann habe dieses ‚Gebet‘ auch die Kraft, das zu vollbringen. Interessanterweise fügt er direkt hinzu, dass keine Religion für ihn definitiv nicht das gleiche heißt wie „kein Gott“. Es heißt nur keine Religion, in der „mein“ Gott, besser ist als „deiner“. Diese würden seiner Meinung nach das ganze Leid und die Spaltung in die Welt bringen. „Stell dir vor, es gibt keinen Himmel und keine Hölle. Das ist gar nicht mal so schwer. Stell dir vor alle Menschen leben im hier und jetzt. Stell dir vor es gibt keine Religion. Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer. Aber, ich bin nicht der einzige! Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein. Und die ganze Welt wird eins sein.“

Jeff Buckley nennt das Halleluja, ich, Sie, Musiker finden Inspiration im Glauben, ob es in Büchern, in den Texten der Bibel ist oder in der abstrakten Idee von Spiritualität. Religion ist Glaube, Liebe und Hoffnung.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Krüger
Diözesanreferentin
Malteser Hilfsdienst e.V.
Diözesangeschäftsstelle
Diözese Osnabrück

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